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Delle im Düngemittelabsatz

Einen gebremsten Absatz von Stickstoffdüngemitteln dokumentiert die Statistik. Rückschlüsse auf die tatsächliche Düngung lassen die Zahlen jedoch nicht zu. Um etwa 10 Prozent ist in Deutschland der Absatz von stickstoffhaltigen Düngemitteln von Juli 2011 bis April 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Prof. Hermann Kuhlmann, Vorsitzender des Fachbereichs Pflanzenernährung im Industrieverband Agrar (IVA), möchte aber anhand dieser Zahlen keinen Trend ableiten. Er wies heute vor der Presse in Berlin darauf hin, dass Landwirte wegen der Trockenheit im Frühjahr und nach Auswinterungsschäden zunächst weniger gedüngt haben dürften. Die Statistik messe jedoch nicht die tatsächliche Düngung, sondern lediglich den Absatz von Düngemitteln. Deswegen lasse sich aus dem jetzigen Rückgang keine Prognose für das Gesamtjahr 2011/12 ableiten.

Für die zurückliegende Düngesaison 2010/11 berichtete Kuhlmann, dass der Absatz aller Nährstoffe gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen ist. Für Stickstoff nannte er plus 14 Prozent, für Kali plus 20 Prozent, für Phosphat plus 22 Prozent und für Kalk plus 10 Prozent. "Bleiben die Erzeugerpreise mittelfristig auf dem aktuellen Niveau, wird auch die Nachfrage nach Mineraldüngern hoch bleiben",  zeigte sich Kuhlmann überzeugt.
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Sojaschätzung wie erwartet

Das Sojaangebot in der laufenden Saison bleibt knapp. Das US-amerikanische Landwirtschaftministerium USDA hat in seinem neuen Monatsreport die Einschätzungen der Analysten bestätigt. Die brasilianische Sojabohnenernte wurde um 1 Mio. t auf 65 Mio. t zurückgestuft und bewegt sich exakt im Rahmen der namhaften Analysten. Die Schätzung für die argentinische Ernte setzt das USDA jetzt 2,5 Mio. t niedriger bei 42,5 Mio. t an. Für Argentinien sind allerdings bereits niedrigerer Ernteschätzungen im Gespräch. Die kleineren südamerikanischen Sojabohnenernten führen in der laufenden Kampagne zu einer zusätzlichen Nachfrage nach US-Sojabohnen. Dadurch werden die US-Bohnenbestände zum Ende der Saison auf 5,7 Mio. t zurückgehen und damit noch 1,1 Mio. t kleiner ausfallen als im April geschätzt.

Für die neue Kampagne hat das USDA erstmals eine Hochrechnung für die USA veröffentlicht. Danach könnte die US-Sojabohnenernte 2012 mit 87,2 Mio. t etwa 5 Mio. t größer als die Vorjahresernte ausfallen.

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Weizenbilanz ohne Engpass

Die Aussicht auf eine hohe US-Weizenernte könnte Preisdruck auf den internationalen Märkten auslösen. Die globale Erzeugung sinkt zwar, ein Engpass zeichnet sich jedoch keinesfalls ab. In seiner ersten Prognose zur Weltweizenerzeugung 2012/13 geht das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA von 678 Mio. t aus. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr würde 17 Mio. t betragen. Da der Verbrauch 2012/13 mit geschätzten 686 Mio. t höher als die Erzeugung ausfällt, zeichnet sich ein Abbau der Bestände ab. Mit 27 Prozent des Jahresverbrauches blieben sie jedoch auf einem Niveau, das als auskömmlich gilt. 

Für die USA rechnet das Ministerium mit einer Weizenernte von 61 Mio. t. Es würde sich um die größte Ernte seit dem Wirtschaftsjahr 2008/09 handeln. Hinzu kommen gute Aussichten für die kanadische Ernte. Die Erzeugerpreise der US-Farmer werden voraussichtlich sinken, stellt das USDA in Aussicht. Es nennt allerdings für die neue Saison 2012/13 noch eine recht weite Spanne von umgerechnet 150 bis 190 €/t. Als mittleren Weizenpreis haben die US-Farmer in der laufenden Saison umgerechnet rund 205 €/t erzielt.

Die bevorstehende EU-Weizenernte (inklusive Durum) beziffert das USDA auf 132 Mio. t. Der europäische Verband Coceral hatte Ende März rund 127 Mio. t Weichweizen und 7,8 Mio. t Durum geschätzt. Die Prognose des Internationalen Getreiderates von Ende April lautet 133 Mio. t insgesamt. Im Vorjahr hatten die EU-Landwirte rund 137 Mio. t Weichweizen und Hartweizen gedroschen.

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Dalli mahnt Gruppenhaltung für Zuchtsauen an

Wahrscheinlich elf EU-Mitgliedstaaten werden bis zum Jahresende die Umstellung auf die Gruppenhaltung tragender Sauen verpassen. EU-Verbraucherkommissar John Dalli droht Vertragsverletzungsverfahren an. Genau zwölf Jahre habe der Gesetzgeber den Landwirten Zeit für die Umstellung gegeben, betonte Dalli im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments kürzlich in Brüssel. Nach bisherigen Meldungen werden die Umstellung in der vorgegebenen Zeit nur 16 Mitgliedstaaten erfüllen.

Es drohe eine ähnliche Situation wie beim Käfigverbot für Legehennen. Daher werde er vor Vertragsverletzungsverfahren nicht zurückschrecken. Eine Beschränkung der Transportzeit für Schlachttiere auf 8 Stunden plane die Kommission nicht. Es komme stattdessen darauf an, die bestehende Gesetzgebung für die Ausstattung der Fahrzeuge und für die Pausenzeiten besser einzuhalten, erklärte Dalli.

NRW erhebt Daten zu Gülletransport

Ab sofort sind in Nordrhein-Westfalen (NRW) Transporte von Wirtschaftsdünger meldepflichtig. Die Landesregierung möchte den Verbleib besser überwachen. Jeder Betrieb, der Wirtschaftsdünger abgibt, muss einmal im Jahr die Mengen und Nährstoffgehalte an die Landwirtschaftskammer NRW melden. Die Meldepflicht ist frühestens nach Ablauf des neuen Wirtschaftsjahres zu erfüllen. Damit muss die erste vollständige Meldung zu abgebenen Mengen bis zum 31. März 2014 vorliegen, bestätigte das Ministerium gegenüber agrarzeitung.de.

Das Landwirtschaftsministerium begründet die Maßnahme mit dem Schutz des Grundwassers. Da der Stickstoffeintrag heute auf jährlich 170 kg/ha Stickstoff begrenzt sei, werde Wirtschaftsdünger zunehmend in andere Betriebe mit ausreichender Flächenausstattung verbracht, beobachtet das Ministerium. Hinzu kämen noch die Gärreste aus Biogasanlagen sowie aus den Niederlanden und Belgien importierte Mengen an Gülle und Geflügeltrockenkot. 

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Mehr Auswahl bei früher Saatgutbestellung

Trotz der Auswinterungen wird es für die Herbstbestellung genügend Saatgut geben. Vermehrer raten, Saatgut früh zu bestellen. Auch auf den Vermehrungsflächen wird bundesweit mit etwa 10 Prozent Auswinterungen gerechnet. Dennoch zeigte sich die Saatgutbranche beim Saatguthandelstag heute in Warberg zuversichtlich. „Die Saatgutversorgung ist gesichert“, betont Jörg Hartmann, Vorsitzender des Bundesverbandes der VO-Firmen (BVO). Dass nicht jede Sorte bis zuletzt lieferbar sein wird, werde dieses Jahr nicht von anderen Jahren unterscheiden. Daher sollten Landwirte mit einer frühzeitigen Bestellung ihre Versorgung mit der bevorzugten Sorte sichern.

Handel und Aufbereiter könnten dann frühzeitig planen, damit die Arbeiten direkt nach der Ernte zügig vonstattengehen. Eine zügige Abwicklung sei für alle entlastend, ergänzte BVO-Geschäftsführer Robert Künzel. Die Saatgutanerkennung mit den Keimfähigkeitstests werde aber auf jeden Fall zehn Tage dauern, erinnerte Uwe Sander, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Saatgutanerkennungsstellen der Länder.

Genobanken führen mit Agrarkrediten

Die genossenschaftliche Bankengruppe hat die Finanzkrise gut überstanden. Sie hält mit Abstand die größten Anteile bei der Vergabe der Agrarkrediten. Mit einem Kreditvolumen von 21,3 Mrd. € oder einem Anteil von fast 50 Prozent aller Agrarkredite sind die Genossenschaftsbanken der wichtigste Partner bei der Investition im Agrarbereich, so Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank auf einer Vortragsveranstaltung der Agravis Raiffeisen AG, Münster und Hannover Mitte der Woche in Gelsenkirchen-Schalke. Die Sparkassen folgen als zweitwichtigster Partner der Agrarwirtschaft mit einem Volumen von 12,1 Mrd. € und einem Marktanteil von etwa 28 Prozent.

Die Genossenschaftsbanken finanzierten auch zu einem großen Anteil die Energiewende, da die Kredite hierfür häufig von dezentralen Anbietern in Anspruch genommen würden. Die genossenschaftliche Gruppe und die DZ Bank hätten die Finanzkrise gut überstanden. Sie würden von den drei großen Ratingagenturen mit den besten Rating aller Handelsbanken in Deutschland bewertet, verkündete Kirsch stolz.

Neue Auflagen für Stallneubauten geplant

Die Genehmigung von Neubauten zur Tierhaltung soll verschärft werden. Für Wirtschaftsdünger werden Verwertungskonzepte verlangt. Die Novelle des Baugesetzbuches und eine damit verbundene Beschränkung der Privilegierung von Tierhaltungsanlagen stieß beim Treffen der Agrarminister von Bund und Ländern in der Vorwoche in Konstanz auf unterschiedliche Ansichten. Umstritten unter den Agrarministern ist vor allem der entsprechende Paragraf 35 im Baugesetzbuch, der die Errichtung von landwirtschaftlichen Gebäuden im Außenbereich regelt.

Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer sieht die Diskussion um die für das Baurecht angedachte Einschränkung der Privilegierung landwirtschaftlicher Betriebe und gewerblicher Tierhaltung im Außenbereich kritisch. Er ist gegen eine Einschränkung im Baugesetzbuch. Kupfer will den Betrieben keine "zusätzlichen Bandagen"anlegen. Diese würden Investitionen in neue Anlagen hemmen. Zusammen mit Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat Sachsen seine Einwände in einer Protokollnotiz festgehalten. Auch Gert Lindemann, Agrarminister in Niedersachsen, spricht sich dafür aus, dass landwirtschaftliche Betriebe nicht daran gehindert werden sollen neue Ställe im Außenbereich zu planen. Hier solle der entsprechende Paragraph 35 im Baugesetzbuch nicht geändert werden.

Dagegen treten Baden-Württemberg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz dafür ein, die baurechtliche Zulässigkeit von Tierhaltungsanlagen an die Bedingungen einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu koppeln. Solche Änderungen im Baugesetzbuch plant das Bundesbauministerium.

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